In den nun beginnenden Herbst- und Wintermonaten tritt die oft raue Witterung der „Dreiborner Prärie“ in den Vordergrund. Der ab November häufig anzutreffende Wechsel von Sonne, Nebelwetterlagen und Sturm kann auf der Dreiborner Hochfläche sehr intensiv erlebt werden und ist eine echte Herausforderung für jeden „Outdoor-Freak“. Nicht selten weht einem auf den Höhen schon der erste Schnee um die Nase, während in den Tälern noch triste Regenstimmung herrscht. In diesen Tagen ist man in der „Dreiborner Prärie“ oft allein unterwegs und kann gerade deshalb wirklich einen Hauch Wildnis erfahren.
Die Häufigkeit der Tier- und Pflanzenbeobachtungen geht natürlich in dieser Zeit merklich zurück. Für kaum eine Tierart ist es verlockend, sich bei Sturm, Regen und Schnee ungeschützt auf den freien Wiesenflächen zu bewegen. Dies gilt besonders für das Rotwild, das diese Wetterlagen zurückgezogen in den für den Beobachter nicht einsehbaren Bachtälern „aussitzt“.
Gerade in dieser Zeit ist allerdings die Einhaltung des Wegegebotes von besonderer Bedeutung, da viele Tierarten im Winter zwecks Energieersparnis ihre „Betriebstemperatur“ bewusst herunterfahren. Unverhofft außerhalb der Wege im Gelände auftauchende Besucher zwingen die Tiere zur Flucht, und führen bei ihnen so zu einem „Kaltstart“ mit extrem hohem Energieverbrauch. Bei einer Häufung solcher Kaltstarts sind die Winterreserven schnell verbraucht, und können so zum Tod der Tiere führen.
Trotzdem braucht der Besucher auch in dieser rauen Jahreszeit nicht auf die Beobachtung interessanter und zum Teil sehr seltener Lebewesen zu verzichten. Insbesondere bei den Vögeln gibt es einige Arten, die man nur im Winter zu Gesicht bekommt.
Ein auffälliger Vogel ist in dieser Jahreszeit die kontrastreich gefärbte Wacholderdrossel. Ursprünglich eine Bewohnerin der Moore und Fjällbirkenwälder in der Taiga Nord- und Nordosteuropas fühlt sie sich auch im Nationalpark Eifel zunehmend heimisch. Im Winter kann man sie in größeren Trupps zum Teil vermischt mit anderen Drosselarten in den Siefentälern bei der „Ernte“ von Vogel-, Schwarzdorn- und Weißdornbeeren beobachten.
Regelmäßige, aber seltene Wintergäste bzw. Durchzügler in der „Dreiborner Prärie“ sind Raubwürger und Kornweihe. Während man für die Beobachtung des nur starengroßen Raubwürgers sehr viel Glück braucht, kann man den bodennahen „gaukelnden“ Jagdflug der bussardgroßen Kornweihen häufiger beobachten.
Auch wenn die meisten Pilze im Herbst sprießen, gibt es einige wenige Arten, die erst als Winterpilze ihre Fruchtkörper ausbilden. Dazu gehört das so genannte „Judasohr“. Häufig findet man diesen Gallertpilz, der wirklich wie ein dunkelbraunes gummiartiges Ohr aussieht, an Holunder oder Salweide. Als „Mu-Err“ ist er übrigens ein fester Bestandteil der asiatischen Küche.
Großes Bild oben: Blick über das Tal der Erkensruhr.
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