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Amphibien auf der Dreiborner Hochfläche |
| Allgemeines zu Amphibien |
Die Amphibien – auch Lurche genannt – bieten vom beginnenden Frühjahr bis zum Herbst spannende Tierbeobachtungen auf der Dreiborner Hochfläche. Kommt es im (Vor-)Frühling zu den ersten milden Abenden bei gleichzeitigem Niederschlag, so ist dies für viele Lurche das Zeichen, ihre Winterquartiere, die sich meist in den Bachauen befinden, zu verlassen und die Laichgewässer aufzusuchen.
Dies sind auf der Dreiborner Hochfläche vor allem die auf den Wegen befindlichen „Panzertümpel“. Das Gewicht der Panzer hat den Boden in den ehemaligen Fahrspuren und Panzerstellungen so stark verdichtet, dass das Regenwasser nicht versickern kann und sich so der besondere Lebensraum „Panzertümpel“ entwickelt konnte. Dabei gleicht kaum ein Tümpel dem anderen. Es gibt schmale flache Tümpel, deren Wasser sich schnell erwärmt, die aber auch schnell trocken fallen. Auf der anderen Seite gibt es drei bis vier Meter breite und bis ca. 80 cm tiefe Tümpel, die sich langsamer erwärmen, aber auch so gut wie nie austrocknen. Für die Familie der Amphibien, die sowohl im Wasser als auch am Land zuhause sind, stellen die Tümpel in jeder Ausprägung einen begehrten Lebensraum dar. Für den Besucher, der sich zehn Minuten Zeit nimmt, um einen solchen Tümpel in Ruhe zu betrachten, werden sich hier fast zwangsläufig Beobachtungen zu Frosch, Kröte oder Schwanzlurch einstellen.
Im Nationalpark Eifel sind bisher neun Lurcharten nachgewiesen, davon gehören fünf Arten zur Familie der Froschlurche – Grasfrosch, Grünfrosch, Erdkröte, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte – und vier Arten gehören zu den Schwanzlurchen – Bergmolch (im Bild rechts), Fadenmolch und Teichmolch (gemeinsam auch als Wassersalamander bezeichnet) sowie der Feuersalamander. Drei Arten, nämlich Kreuzkröte, Grünfrosch und Teichmolch, kommen im Nationalpark nur auf der Dreiborner Hochfläche vor.
Wer sich am Gewässer intensiver mit Amphibien und deren Bestimmung vom Laich bis zum umgewandelten Tier beschäftigen möchte, der sei auf den „wasserfesten Amphibienführer“ des NABU zu heimischen Fröschen, Kröten, Unken, Molchen und Salamandern mit dem Titel „Welche Kaulquappe ist das?“ (ISBN 9783925815256) verwiesen, der direkt beim NABU-NaturShop oder über den Buchhandel bezogen werden kann.
Alle im Nationalpark Eifel nachgewiesenen Amphibienarten finden sich in der Artenliste Amphibien (Amphibia) des Nationalparks Eifel.
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| Grasfrosch |
Der Grasfrosch (Rana temporaria) ist die häufigste einheimische Froschlurchart. Er überwintert teils im Wasser und teils an Land und beginnt ab Mitte Februar als erste Amphibienart im Nationalpark Eifel mit der bis zu 2 km langen Laichwanderung. Die männlichen Tiere versuchen dabei durch leise, dumpf klingende Knurrlaute Weibchen anzulocken. Die Rufe erklingen vor allem nachts, sind aber an sonnigen und warmen Tagen auch tagsüber zu hören.
Grasfrösche versammeln sich gern in größeren Laichgesellschaften, in denen die Weibchen jeweils einen Laichballen absetzen, der mitunter großflächig an der Wasseroberfläche treibt. Auf der Dreiborner Hochfläche findet man die Laichballen des Grasfrosches vor allem in flachen durchströmten Panzertümpeln.
Die Entwicklung vom Laich bis zum fertigen Frosch dauert etwa vier Monate. Umgewandelte Tiere ernähren sich von Käfern, Heuschrecken und Spinnen, während die Larven (Kaulquappen) neben Algen auch eigene Artgenossen nicht verschmähen (Kannibalismus). Die häufigsten Fressfeinde des Grasfrosches auf der Dreiborner Hochfläche sind Mäusebussard, Rotmilan, Graureiher und auch der Schwarzstorch. Mitunter fischen sich auch Marder Laichballen des Grasfrosches aus dem Wasser und fressen sie an Land.
Da der Grasfrosch der einzige Vertreter der Braunfrösche im Nationalpark Eifel ist, ist eine Verwechselung von Laich, Larven oder umgewandelten Tieren mit seinen nahen Verwandten Moor- und Springfrosch nicht möglich.
Im Sommerhalbjahr lebt der Grasfrosch nach dem Ablaichen überwiegend auf dem Land und wird dann häufiger im Gras des Offenlandes gefunden, was zu seinem Namen „Grasfrosch“ geführt hat.
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| Erdkröte |
Ungefähr zwei Wochen nach dem Grasfrosch (Ende März bis Mitte April) begibt sich die Erdkröte (Bufo bufo) auf den Weg zur Balz in ihre Laichgewässer. Ähnlich wie die Grasfrösche sind Erdkröten dabei ortstreu und suchen die Gewässer auf, in denen sie selbst groß geworden sind.
Zum Ablaichen bevorzugt die Erdkröte tiefere Laichgewässer mit Wasserpflanzenvegetation, um daran ihre Laichschnüre zu fixieren. Im Nationalpark Eifel findet man sie daher vor allem in den ehemaligen Feuerlöschteichen und im Urftstausee. Sie kommt aber auch in den tieferen Panzertümpeln auf der Dreiborner Hochfläche vor.
Die Männchen versuchen bereits auf dem Weg zum Laichgewässer sich ein Weibchen zu sichern. Dazu legen sie auf dem Weg immer wieder längere Ruhezeiten ein, um auf vorbeikommende Weibchen zu lauern. Nähert sich ein Weibchen, stürmen die Männchen darauf zu, klettern auf seinen Rücken, klammern sich fest und lassen sich zum Laichgewässer tragen. Um diesen „Kraftakt“ bewältigen zu können, sind die Weibchen (6 bis 11 cm) merklich größer als die Männchen (5 bis 9 cm).
Erdkröte und Grasfrosch werden häufig verwechselt, da sie ungefähr gleich groß sind. Bei etwas genauerer Betrachtung und Beobachtung ist eine Verwechslung aber kaum möglich. Am auffälligsten ist der Unterschied bei der Haut auf der Oberseite der Tiere. Diese ist bei den Erdkröten mit Warzen übersät, während sie bei Grasfröschen glatt ist. Kennzeichnend ist auch die unterschiedliche Art der Fortbewegung an Land. Während Erdkröten laufen, springen Grasfrösche, weil sie über wesentliche längere Hinterbeine verfügen.
Außerdem ist die Iris in den Augen der Erdkröte bronzefarben, während sie bei den Grasfröschen hell glänzend ist. Charakteristisch sind zudem die Ohrdrüsen der Kröten, die seitlich am Kopf sitzen.
Auch im Laich- und Larvenstadium ist die Unterscheidung leicht möglich. Wie oben bereits erwähnt findet sich der Laich der Erdkröte als Laichschnur an Wasserpflanzen nahe der Wasseroberfläche, während der Froschlaich stets in Form von Laichballen im Gewässer zu sehen ist. Als Kaulquappen leben Grasfrösche meist vereinzelt am Grund der Gewässer, während die Kaulquappen der Erdkröte größere Schwärme nahe der Wasseroberfläche bilden. Nach dem Ablaichen wandern die Erdkröten in ihre Jagdreviere, die sie bis zur Fortsetzung der Winterruhe nicht mehr verlassen. Jungkröten sind im ersten Lebensjahr tagaktiv und werden danach zu nachtaktiven Jägern. Erwachsene Erdkröten ernähren sich überwiegend von Nacktschnecken, Regenwürmern und Schmetterlingsraupen. Es stehen aber auch Käfer und Ameisen auf dem Speiseplan.
Vor Fressfeinden (Iltis, Fuchs, Dachs, Igel, Ringelnatter und Graureiher) versucht sich die Erdkröte durch das Absondern von Gift zu schützen. Die Giftdrüsen sind über den ganzen Körper verteilt, besonders stark sind allerdings die am Kopf befindlichen „Ohrdrüsen“. Das Gift wirkt schon aus der Distanz, weil es die Augen des Angreifers reizt. Es greift außerdem die Schleimhäute im Fang der Feinde an, so dass diese manchmal zum „Ausspucken“ der Beute veranlasst werden.
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