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Dreiborner Hochfläche

Schmetterlinge auf der Dreiborner Hochfläche

Tagfalter

Die Pflanzen der Wiesen und Besenginsterheiden, aber auch der Wegränder und Ruderalstellen auf der Dreiborner Hochfläche bieten vielen Tagfalterartern die Ernährungsgrundlage sowohl für das Raupen- als auch das Schmetterlingsstadium.

Zu beobachten sind hier nicht nur Admiral und Tagpfauenauge, Kleiner Kohlweißling und Grünader-Weißling, Kleiner Feuerfalter und Hauchechel-Bläuling, sondern auch Baum-Weißling, Grüner Zipfelfalter und Schwalbenschwanz.

Im Rahmen des vom NABU in Nordrhein-Westfalen iniziierten Tagfalter-Monitoring werden auf einer festgelegten Strecke auf der Dreiborner Hochfläche Tagfalter, Widderchen und ausgewählte tagaktive Nachtfalter gezählt.

Seit 2007 erfasste Elisabeth John beim Tagfalter-Monitoring auf der Dreiborner Hochfläche die folgenden Arten:


SchwalbenschwanzSchwalbenschwanz
 

Der Schwalbenschwanz ist einer der größten einheimischen Tagfalter.

Beobachtungstipp: Charakteristisch für Schwalbenschwänze ist die Gipfelbalz. Auf Hügelkuppen bestehen daher die besten Beobachtungschancen.


Aurorafalter
Aurorafalter

Beim Aurorafalter sehen die männlichen und weiblichen Schmetterlinge unterschiedlich aus (sogenannter „Sexualdimorphismus“):

Die Männchen sind an ihrem auffälligen orangefarbenen Fleck an der Vorderflügelspitze zu erkennen (im Bild links), während die Weibchen (im Bild rechts) leicht mit Kohl- oder Grünaderweißlingen verwechselt werden. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist hier aber die für Aurorafalter typische Musterung der Hinterflügelunterseite.


BaumweißlingBaumweißlinge Baum-Weißling
 

Der Baumweißling fliegt in einer Generation ab Mitte/Ende Mai.

Beobachtungstipp: Baumweißlinge bevorzugen violette Blüten.


Großer Kohlweißling


Kleiner Kohlweißling


Grünader-Weißling
Grünader-Weißlinge

Der Grünader-Weißling bildet jährlich bis zu drei Generation und fliegt von Ende April bis September. Er kann leicht mit dem etwa genauso großen „Kleinen Kohlweißling“ verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die Hinterflügelunterseiten, auf denen sich die Adern dunkel gezeichnet abheben.
Die früher gebräuchliche Bezeichnung „Raps-Weißling“ ist irreführend.


Wander-Gelbling (Postillon)
Wander-Gelbling

Wander-Gelblinge gehören zur Familie der Weißlinge.

Bei den im Nationalpark Eifel vorkommenden „gelben Weißlingen“ ist die genaue Bestimmung für den Laien oft schwer, doch fällt der Wander-Gelbling durch die dunkle Umrandung auf der Flügeloberseite auf, die auch im Flug gut zu erkennen ist.


Weißklee-Gelbling (Goldene Acht)
Weißklee-Gelblinge

Weißklee-Gelblinge gehören zur Familie der Weißlinge und sind Wanderfalter.

Beobachtungstipp: Weißkleegelblinge legen ihre Eier – wie der Name schon sagt – gern an Weißklee ab, am liebsten an sonnigen und warmen (steinigen oder felsigen) Stellen.
Im Bild: Weißklee-Gelblinge bei der Paarung; im Bild ganz unten links ein Blatt mit zwei Weißklee-Gelblingseiern (ein frisches weißes Ei, ein etwas älteres bräunliches).


Zitronenfalter


Kleiner FeuerfalterKleiner Feuerfalter
 

Der Kleine Feuerfalter ist ein recht kleiner Schmetterling und zählt zu den Bläulingen.

Beobachtungstipp: Kleine Feuerfalter bilden in einem Jahr vier (und mehr) Generationen. In der Regel sind sie daher eher später im Jahr individuenreicher und somit besser zu beobachten.


Brauner Feuerfalter
Brauner Feuerfalter

Beobachtungstipp: Am sichersten lässt sich der Braune Feuerfalter an der Färbung seiner Flügelunterseiten erkennen: die Hinterflügel haben eine graue bis oft schwefelgelbe Grundfärbung (im Bild außen).
Die Männchen weisen oberseitig eine dunkelbraune Grundfärbung mit (nicht immer vorhandener) durchbrochener orangefarbener Submarginalbinde und kräftige schwarze Punkte auf (Bildmitte). Bei den Weibchen dominiert die orange Färbung stärker (im Bild links).


Lilagold-Feuerfalter


Nierenfleck-Zipfelfalter
Nierenfleck-Zipfelfalter


Grüner Zipfelfalter (Brombeerzipfelfalter)
 

Grüner ZipfelfalterDer Lebensraum Besenginsterheide auf der Dreiborner Hochfläche ist für den Grünen Zipfelfalter ideal, da er seine Eier gern an den Blütenknospen von Besenginster ablegt. Er zählt zur Familie der Bläulinge und ist relativ klein. Er fliegt in einer Generation ab Mitte/Ende April.

Beobachtungstipp: Der Grüne Zipfelfalter ist unverwechselbar, da er der einzige einheimische Tagfalter mit grünen Flügelunterseiten ist und beim Sitzen die Flügel auch fast immer zusammengeklappt hat.


Pflaumen-Zipfelfalter


Zwerg-Bläuling


Faulbaum-Bläuling


Rotklee-Bläuling
Rotklee-Bläulinge

Die Flügelunterseiten der Rotklee-Bläulinge sind in der Grundfarbe einheitlich graubraun und an der Basis blau überzogen.

Die Weibchen legen ihre Eier in die Blütenstände von Rotklee (siehe Bild rechts) und anderen Kleearten.

Die Flügeloberseiten sind bei den Weibchen braun gefärbt, während sie bei den Rotklee-Bläulingsmännchen die für die Bläulinge namensgebende blaue Färbung haben. Auffällig ist hier die schwarze Musterung.

Beobachtungstipp: Die Männchen der Rotklee-Bläulinge sind oft massenweise an feuchten Bodenstellen oder auf frischem Kot anzutreffen (vgl. auch Hauhechel-Bläulinge).

Rotklee-Bläulinge


Hauhechel-Bläuling
 

Hauhechel-BläulingeHauhechel-Bläulinge sind die häufigste Bläulingsart.

Bei Männchen und Weibchen sind die Flügelunterseiten unterschiedlich gefärbt: die Männchen sind grauer und die Weibchen eher bräunlich. Hauhechel-Bläulinge können leicht mit anderen Bläulingsarten verwechselt werden.

Die Falter bilden mehrere Generationen pro Jahr und fliegen in der Regel ab Mitte Mai.

Beobachtungstipp: Männliche Bläulinge sind mitunter massenweise an – noch feuchtem – (Wildschwein-)Kot anzutreffen.

Bläulinge

Hinweis: Auf dem „Wimmelbild“ ist zwischen den Hauhechel-Bläulingen auch ein Rotklee-Bläuling zu entdecken.


Kaisermantel


Kleiner Perlmuttfalter
Kleiner Perlmuttfalter


Mädesüß-Perlmuttfalter Mädesüß-Perlmuttfalter
 

Der Mädesüß-Perlmuttfalter ist auf der Dreiborner Hochfläche vor allem in Gewässernähe zu finden, da er für die Eiablage bzw. als „Raupenfutter“ Pflanzen benötigt, die in feuchten Wiesen und an Gewässerrändern vorkommen.
 

Hinweis zum Bild: Der Rüssel, der aus zwei biegsamen Halbrohren besteht, dient der Nahrungsaufnahme (vor allem Blütennektor). Er kann - wie im Bild zu sehen - eingerollt werden.


Braunfleckiger Perlmutterfalter


Admiral


Distelfalter
 

DistelfalterDer Distelfalter gehört zur Familie der Edelfalter und ist ein recht großer Tagfalter. Er zählt zu den Wanderfaltern.

Als „Saisonwanderer erster Ordnung“ ist er nirgendwo zuhause. Die zu uns kommenden Exemplare wurden in der Regel in Südeuropa geboren und haben die Alpen überquert, um sich hier fortzupflanzen und ihre Eier abzulegen. Die daraus schlüpfenden Falter kehren noch im selben Jahr wieder über die Alpen nach Südeuropa zurück. Deren Nachkommen wandern bis Nordafrika weiter, bevor wieder die Wanderbewegung nach Norden einsetzt.

Quelle und weitere Informationen: science4you – Wanderfalter-Monitoring.


Tagpfauenauge

Das Tagpfenauge überwintert als erwachsener Falter und gehörten daher zu den ersten Schmetterlingsarten, die nach dem Winter wieder fliegen.

Tagpfauenauge

Beobachtungstipp: Im Frühjahr können Tagpfauenaugen beispielsweise an Schlehen, die mit zu den ersten Blühern im Nationalpark gehören, beobachtet werden. Später im Jahr lohnt auch der Blick auf Brennnesseln, wo die Eier abgelegt werden und sich die Raupen gesellig entwickeln.


Kleiner Fuchs
Kleiner Fuchs: Eier, Raupen und Falter

Der Kleine Fuchs ist ein farbenfroher und auf der Dreiborner Hochfläche recht häufig anzutreffender Tagfalter.

Er kann auch im heimischen Garten „angesiedelt“ werden, wenn man den Mut hat, ein paar Brennnesseln (möglichst an einem sonnigen Standort) stehen zu lassen. Denn Kleine Füchse sind monophag, das heißt, ihre Raupen sind auf eine einzige Fraßplanze angewiesen (die Brennnessel). Die Weibchen legen ihre Eier an der Unterseite von Brennnesselblättern in ungeordneten Haufen, die auch mit dem bloßen Auge erkennbar sind, ab. Aus den Eiern schlüpfen Raupen, die anfänglich recht dunkel und in späteren Stadien an ihrer schwarz-gelben Färbung gut erkennbar sind.

Zur Verpuppung hängen sich die Raupen kopfüber auf (Stürzpuppe). Das Puppenstadium dauert beim Kleinen Fuchs zwischen gut einer Woche und knapp drei Wochen, danach schlüpft der Falter. Die erste Ausscheidung des fertigen Falters, das Mekonium, erinnert in ihrem Aussehen an Blutflecken (siehe das folgende Bild, das ausnahmesweise nicht im Nationalpark Eifel, sondern in Dreiborn aufgenommen wurde).

Kleiner Fuchs: frischer Falter mit Puppenhülle, Mekonium


C-FalterC-Falter

Der C-Falter hat seinen Namen von einem kleinen weißen „C“ auf der Hinterflügelunterseite.

Beobachtungstipp: Der stark gezackte Außenrand der Flügel und das weiße „C“ auf der Flügelunterseite sind gute Erkennungsmerkmale. Der C-Falter hält sich oft an Waldrändern auf und sonnt sich dort gern – daher lohnt häufig auch ein Blick auf sonnige Plätze in 2 bis 3 Metern Höhe.


Landkärtchen
Landkärtchen

Der Landkärtchenfalter stellt insofern eine Besonderheit dar, als die zwei Generationen unterschiedlich gefärbt sind: Die Frühjahrsform ist orange-schwarz gefleckt (im Bild links), während die Sommerform eine eher schwarze Grundfarbe hat, die von einer weißen Binde unterbrochen wird (im Bild rechts).

Der Name dieses Tagfalters rührt von der Zeichnung der Unterseite her, die einer Landkarte ähnelt (siehe Bild in der Mitte).


Großer Fuchs


Wegerich-Scheckenfalter


Großer SchillerfalterGroßer Schillerfalter Großer Schillerfalter
 

Der Große Schillerfalter ist eigentlich kein seltener Falter, er ist aber aufgrund seiner Lebensweise nur schwer zu beobachten, da er zur Balz Baumkronen aufsucht („Wipfelbalz“). Am besten ist er am Boden zu beobachten, wenn er an feuchten Erdstellen oder Tierexkrementen Flüssigkeit aufnimmt.

Seinen Namen hat er von der schillernden Oberseite seiner Flügel, die in der Grundfarbe eigentlich schwarz sind, aber in der Sonne bläulich schimmern.

Im linken Bild ist gut sichtbar, dass der Falter nur zwei Beinpaare hat, obwohl Schmetterlinge eigentlich ja drei Beinpaare (sechs Beine) haben. Wie bei anderen Edelfaltern auch ist beim Großen Schillerfalter jedoch das erste Beinpaar zurückgebildet und wird nur zur Reinigung verwendet (sogenannte „Putzpfoten“).

Der Große Schillerfalter wurde von der BUND NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. übrigens zum Schmetterling des Jahres 2011 gekürt.


Waldbrettspiel


Mauerfuchs Mauerfuchs
 

Der Mauerfuchs fliegt in zwei Generationen (ab Mai und ab Mitte Juli).

Beobachtungstipp: Der Mauerfuchs ist eine wärmeliebende Art. Er sonnt sich gern an Felsen oder Mauern und kann daher gut auf den Betonbegrenzungssteinen der ehemaligen Panzerstraße beobachtet werden.


Weißbindiges Wiesenvögelchen (Perlgrasfalter)
Weißbindiges Wiesenvögelchen

Das Weißbindige Wiesenvögelchen hält sich gern an warmen und trockenen Stellen auf.

Beobachtungstipp: Charakteristisch für das Weißbindige Wiesenvögelchen ist, dass es die Flügel auch beim Sonnen geschlossen hält.


Kleines Wiesenvögelchen Kleines Wiesenvögelchen (Kleiner Heufalter)
 

Das Kleine Wiesenvögelchen ist ein eher kleiner Falter, der seine Territorialansprüche aber durchaus auch gegen größere Falter (z.B. Schwalbenschwanz) durchzusetzen versucht.

Beobachtungstipp: Wie das Weißbindige Wiesenvögelchen legt sich auch der Kleine Heufalter zum Sonnen fast immer mit geschlossenen Flügeln „auf die Seite“.


Schornsteinfeger Schornsteinfeger (Brauner Waldvogel)
 

Der Schornsteinfeger fliegt in einer Generation ab Anfang Juli und ist ein recht häufiger Tagfalter.

Seinen Namen verdankt er der dunklen Grundfärbung seiner Flügelunterseiten, von denen sich nur die „Schornsteinfegeraugen“ abheben.


Großes Ochsenauge


Rundaugen-Mohrenfalter


Schachbrettfalter

SchachbrettfalterSchachbrettfalter (Flügelunterseite)

Der Schachbrettfalter ist im Juli und August recht häufig auf der Dreiborner Hochfläche anzutreffen.

Die Weibchen lassen die Eier einzeln auf den Boden fallen (ebenso wie der Schornsteinfeger).


Kleiner Würfel-Dickkopffalter
Kleiner Würfel-Dickkopffalter


Gelbwürfeliger Dickkopffalter


Schwarzkolbiger Braundickkopffalter Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter
 

Der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter und der Braunkolbige Braun-Dickkopffalter sind sich sehr ähnlich.

Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die Unterseiten der Fühlerkolbenspitzen, die beim Schwarzkolbigen Braun-Dickkopffalter ... schwarz sind.


Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter


Rostfarbiger Dickkopffalter


Verschiedene Rotwidderchen
6-Fleck-Widderchen


GrünwidderchenGrünwidderchen Grünwidderchen
 

In NRW kommen drei schwer zu unterscheidende Gründwidderchen-Arten vor. Trotz ihres Namens kann die Farbe der Vorderflügel bei allen Arten von laubgrün bis blaugrün variieren.


Weiterführende Informationen:

Eine vollständige Liste der im Nationalpark Eifel erfassten Schmetterlinge (Lepidoptera) finden Sie auf den Seiten des Nationalparkforstamts Eifel (hier).

Ein sehr gutes Bestimmungsbuch für unterwegs ist der Ulmer-Naturführer „Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands“ von Josef Settele, Roland Steiner, Rolf Reinhardt und Reinart Feldmann (ISBN 9783800141678).

Ebenfalls empfehlenswert ist das Buch „Die Tagfalter Bayerns und Österreichs“ von Christian Stettmer, Markus Bräu, Partrick Gros und Otmar Wanninger, das von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege herausgegeben wurde und hier bestellt werden kann.

Die Anlaufstelle für Informationen zum „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ ist www.tagfalter-monitoring.ufz.de.

Einen umfassenden Überblick über die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten mit einem riesigen Fundus an Bildern (Imagines, aber auch Puppen, Raupen und Eier) bietet die Bestimmungshilfe des Lepiforums.

Ebenfalls eine gute Online-Adresse ist www.schmetterlinge-deutschlands.de, die umfassende Informationen über alle in Deutschland heimischen Schmetterlinge bietet (zu jeder Art Systematik, deutsche Namen, Flugzeit, Raupenzeit, Vorkommen, „Rote Liste“-Status der Bundesländer, Nummern der Arten aus verschiedenen Standardwerken sowie Synonyme der aktuellen Nomenklatur).

Text erstellt von: Elisabeth John.