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Vögel auf der Dreiborner Hochfläche |
| Greifvögel und Singvögel |
Die Wiesen der Dreiborner Hochfläche stellen für bestimmte Greifvögel ein ideales Jagdrevier dar. Als Wintergäste sind beispielsweise Raufußbussard und Kornweihe zu beobachten, die mit zwei Kurzproträts vorgestellt werden. Als Brutvogel besucht uns der Rotmilan ab dem Frühjahr.
Die Beobachtung von Singvögeln ist in den Besenginsterheiden und Vorwaldgesellschaften der Bachoberläufe vor allem im Vorfrühling und Frühling wegen des fehlenden Blattwerks gut möglich. Jahresvögel auf der Dreiborner Hochfläche sind z.B. die Schwanzmeise und die Wacholderdrossel. Als Brutvogel besucht uns der Neuntöter, der von Mai bis Anfang September als „Charaktervogel“ der Dreiborner Hochfläche gilt. Zu diesen Vogelarten finden Sie weiter unten einen kurzen Steckbrief.
Alle im Nationalpark Eifel nachgewiesenen Vogelarten finden sich in der Artenliste Vögel (Aves) des Nationalparks Eifel.
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| Der Rotmilan |
Wenn die ersten wärmeren Tage Ende Februar/Anfang März auf den nahenden Frühling hindeuten, erscheinen die Rotmilane wieder auf der Dreiborner Hochfläche, von der sie sich vor dem ersten starken Kälteeinbruch verabschiedet haben, um im sonnigeren Süden, vor allem in Spanien, zu überwintern. Im Zuge der allgemeinen Klimaerwärmung verbleiben aber immer mehr Vögel ganzjährig in Deutschland.
Der Rotmilan (Milvus milvus) ist ein echter Europäer, der außerhalb unseres „alten Kontinents“ praktisch nicht vorkommt. Mehr als die Hälfte (ca. 12.000 Paare) des weltweiten Bestandes (ca. 23.000 Paare) lebt in Deutschland, zwei Drittel davon in den östlichen Bundesländern. Deutschland trägt daher eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Art. Leider geht der Bestand gerade hierzulande in den letzten Jahren erheblich zurück.
Als Kulturfolger brauchen Milane offene, reich strukturierte Landschaften mit Wiesen, Brachen, Waldrändern und Gewässern, die leider in Deutschland immer seltener werden, die aber auf der Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel noch großräumig zu finden sind.
Der Rotmilan kann auch von ungeübten Beobachtern leicht von allen anderen Greifvögeln, die auf der Hochfläche anzutreffen sind, unterschieden werden. Hilfreich ist dabei vor allem sein langer, rostroter und tief gegabelter Schwanz, der ihm im Volksmund auch den Namen „Gabelweihe“ eingetragen hat, obwohl er kein direkter Verwandter der echten Weihen (wie etwa der Kornweihe) ist.
„Red Kite“, roter Drachen, so nennen ihn die Briten, denn Rotmilane und rote Flugdrachen schweben mit derselben Schwerelosigkeit am Himmel. Charakteristisch für den Rotmilan ist seine Flügelspannweite von über 1,80 m, die ihm gegenüber unserem häufigsten Greif, dem Mäusebussard, auch entscheidende Größenvorteile bei der Jagd bzw. Nahrungssuche verschafft.
Obwohl er wegen seiner Flugkünste ein außerordentlich erfolgreicher Jäger ist, lässt er doch auch gerne Mäusebussarde für sich jagen und verscheucht diese von deren frisch geschlagener Beute. Auch Aas nimmt er gerne und als besonderen Leckerbissen bietet ihm die Dreiborner Hochfläche, auf der noch große Schafherden zur Freihaltung bestimmter Grünlandflächen weiden, im beginnenden Frühjahr die Nachgeburt lammender Mutterschafe. Daher lohnt gerade zu dieser Jahreszeit ein Blick mit dem Fernglas in den Himmel über den Schafherden.
Wer sich intensiver mit diesem farbenprächtigen und eleganten Flieger beschäftigen will, sei auf die „Rotmilanseite“ von Wikipedia und NABU verwiesen.
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| Die Kornweihe als Wintergast |
Die Kornweihe (Circus cyaneus) gehört in Deutschland zu den ganz seltenen Brutvogelarten. Der Bestand wird auf nur noch 40 bis 50 Brutpaare geschätzt, die vorzugsweise auf den Ostfriesischen Inseln brüten. Damit ist die Art in Deutschland und in Europa vom Aussterben bedroht (Kategorie 1 der Roten Liste Deutschland und Anhang I der Europäischen Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG). Als Wintergast, wie auf der Dreiborner Hochfläche, kommt sie etwas häufiger vor, da die Populationen aus Nord- und Osteuropa ab Mitte August ihre Brutgebiete verlassen und nach Mittel- und Südeuropa wandern. Auf der Dreiborner Hochfläche sind die Vögel in der Regel ab Anfang/Mitte Oktober bis Anfang/Mitte März zu beobachten. Der Mittwinterbestand in Nordrhein-Westfalen wird auf etwa 100 bis 200 Tiere geschätzt (Infosystem Europäische Vogelarten in NRW, LANUV).
Als Lebensraum bevorzugt die Kornweihe großräumige, offene bis halboffene störungsfreie Wiesen- und Steppenlandschaften, also genau die Landschaftstypen, die der Dreiborner Hochfläche das Gepräge geben. Es besteht daher durchaus die Chance, dass die Art hier zukünftig als Brutvogel heimisch werden könnte.
Kornweihen sind schlanke und elegante Greifvögel mit langen, schwach gewinkelten Flügeln und einem auffallend langen Schwanz. Auffallend ist auch ihr etwas eulenartig wirkender „Gesichtsschleier“, der eintreffende Schallwellen gezielt an die Ohren weiterleitet. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in ihrem farblichen Aussehen sehr stark. Die Männchen besitzen ein auffallend helles bis aschgraues Federkleid, das aus der Entfernung je nach Lichtverhältnissen auch hell taubenblau wirken kann, mit deutlich abgegrenzten schwarzen Flügelspitzen. Dagegen sind die Weibchen eher unfällig braun, weisen aber einen auch im Flug gut zu erkennenden weißen Bürzel auf. Jungvögel ähneln den Weibchen, zeigen aber im Gegensatz zu diesen eine längsgestreifte Unterseite.

Typisch für die Art ist der bodennahe „gaukelnde“ Beuteflug mit V-förmig gehaltenen Flügeln. Dabei nutzt die Kornweihe geschickt die im Gelände vorhandenen Deckungen (Bodenwellen, Sträucher u.ä.) aus und erscheint so für Beutetiere (Wühlmäuse, Kleinvögel, Amphibien, Insekten) und Beobachter gleichermaßen überraschend.
In schneearmen Wintern lassen sich die Männchen wegen ihres auffällig hellen Federkleides leicht beobachten, während die Weibchen vor den braunen Farbtönen der abgestorbenen Gräser gut getarnt sind.
Die Fotos in diesem Abschnitt wurden im Februar 2008 in der Nähe des Gebiets Klusenberg/Funkenberg auf der Dreiborner Hochfläche vom parallel zur Panzerstraße führenden Wanderweg aus aufgenommen und zeigen ein erwachsenes Kornweihenmännchen bei der Jagd.
Wer sich ausführlicher über die Kornweihe informieren möchte, sei auf die „Kornweihenseite“ im Informationssystem zu FFH-Arten und Europäischen Vogelarten in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) oder die „Kornweihenseite“ von Wikipedia verwiesen.
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| Der Raufußbussard als Wintergast |
Als regelmäßiger, wenn auch sehr seltener Wintergast taucht der Raufußbussard (Buteo lagopus) ab Ende Oktober/Anfang November auf der Dreiborner Hochfläche auf. Er ist ein ausschließlicher Brutvogel des Fjells und der Tundra nördlich der Baumgrenze und bevorzugt daher auch in seinen Winterquartieren offene Landschaften mit guter Rundumsicht. Als Beutetiere in seinem Brutgebiet stehen vor allem kleine Säuger wie Lemminge und andere Wühlmausarten auf seiner Speisekarte. Er jagt im Gegensatz zum nahe verwandten Mäusebussard (Buteo buteo) viel häufiger vom Ansitz aus und man sieht ihn bei windigen Witterungsverhältnissen, die auf der Dreiborner Hochfläche häufig anzutreffen sind, auch sehr ausdauernd beim Rütteln (ähnlich Turmfalke) in 20 bis 50 Metern Höhe.
Insgesamt ist der Raufußbussard etwas größer und langflügeliger als der Mäusebussard (mit einem deutlicheren „Knick“ zwischen Arm- und Handflügel) und wirkt daher vom Flugbild insgesamt „adlerähnlicher“. Auffallend im Flugbild ist auch ein häufiges Drehen des Schwanzes, das ein wenig an einen Milan erinnert.
Die Bezeichnung „Rau“ stammt von der alten Bezeichnung „Rauch“ für Pelz ab und bezieht sich bis auf die bis zum Ansatz der Zehen befiederten Läufe, die das sicherste Unterscheidungsmerkmal zum Mäusebussard ist.
In der winterlichen Feldbeobachtung ist dieses Erkennungsmerkmal in der Regel aber untauglich. Da auch die oben beschriebenen Merkmale (Flugbild und Größe) nur für erfahrene Beobachter geeignet sind, sollte man sich bei der möglichen Begegnung mit einem Raufußbussard auf die Farbmerkmale des Gefieders konzentrieren. Auffallend ist hier zunächst die in jedem Federkleid vorhandene rein weiße Schwanzbasis mit weißem Schwanzfortsatz und breiter, dunkler geschlossener Endbinde. Bei Jungvögeln ist diese Endbinde meist noch etwas verwaschen. Bei erwachsenen Männchen sind der breiten schwarzen Endbinde noch 2 bis 4 schmalere Binden vorgelagert, während bei erwachsenen Weibchen in der Regel neben der breiten dunklen Endbinde nur eine weitere schmalere Binde vorgelagert ist.
Auffallend ist auch die sehr helle Zeichnung der Unterflügel mit einem stark kontrastierenden Flügelbugfleck (dunkler Fleck am Übergang von Arm- zur Handschwinge). Jungvögel zeigen außerdem immer einen großen dunklen Bauchfleck. Damit geht bei der Artbestimmung auch immer eine Alters- und Geschlechterbestimmung einher.
Die Fotos in diesem Abschnitt wurden im Zeitraum Januar/Februar 2008 vom Wanderweg in der Nähe des Gebiets Klusenberg/Funkenberg auf der Dreiborner Hochfläche aufgenommen und zeigen einen aus 2007 stammenden Jungvogel.
Wer sich ausführlicher über den Raufußbussard informieren möchte, sei auf die sehr gute „Raußußbussardseite“ von Wikipedia verwiesen.
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| Der Neuntöter |
Anfang bis Mitte Mai, wenn die ersten sonnigen Frühlingstage auf der Dreiborner Hochfläche erlebt werden können, kehrt der Neuntöter (Lanis collurio) von seiner langen Reise aus den Buschsteppen Ost-, Süd- und Südwestafrikas über Transjordanien und Kleinasien in die Dreiborner Prärie zurück, um hier bis Ende August/Anfang September seine Nachkommen großzuziehen. Dann erfolgt der Rückzug über Griechenland und Ägypten.
Die Männchen treffen in der Regel eher ein als die Weibchen und begründen die Brutreviere. Unmittelbar nach Ankunft der Weibchen bilden sich die Brutpaare.
Der Neuntöter (auch Rotrückenwürger, Dorndreher oder Falkensänger genannt) gehört zur Familie der „Würger“. Obwohl der martialische Name und die Familienbezeichnung eher auf ein „Vogelungetüm“ hindeuten, handelt es sich tatsächlich um einen eher kleinen Vogel, der mit seiner Größe von ca. 17 cm nur wenig größer als eine Dorngrasmücke oder ein Feldsperling ist.
Die Geschlechter unterscheiden sich stark in der Färbung des Gefieders:
Die Männchen sind unterseits rötlich-weiß und am Rücken leuchtend rotbraun gefärbt. Auffällig ist die dazu kontrastierende blaugraue Färbung von Scheitel, Nacken und Bürzel sowie die breiten schwarzen Augenstreifen. Der Schwanz ist schwarz und an der Schwanzbasis weiß gesäumt.
Demgegenüber ist die Färbung der Weibchen eher unauffällig (Bild unten). Die Oberseite ist braun gefärbt mit hellem graubraunen Nacken und Bürzel und dunklen Augenstreifen. Die Unterseite ist hellgrau und durch dunklere Federsäume quergewellt.
Die Jungvögel sehen den Weibchen in der Färbung sehr ähnlich und sind daher schwer von diesen zu unterscheiden. Die Befiederung ist bei den Jungvögeln aber auch oberseits quergewellt.
Auf der Dreiborner Hochfläche findet man den Neuntöter vor allem in den Besenginsterheiden an den Rändern der Siefentäler. Hier findet er einerseits Hecken und Büsche, vorzugsweise aus Weißdorn und Schlehe, die als Neststandorte und Jagdansitze dienen, sowie andererseits niedrige Bodenvegetation, die seinem Nahrungsspektrum (vor allem Großinsekten, aber auch Eidechsen, Fröschen, Kröten und Mäusen) entsprechenden Lebensraum bieten.
Wegen Ihres auffälligen Jagdverhaltens können Neuntöter grundsätzlich gut beobachtet werden. Meist sitzen sie auf einer exponierten Warte, zum Beispiel einer Strauchspitze, und halten von dort Ausschau nach Beute. Wird die Beute erspäht, stürzen sie sich blitzschnell nach unten und kehren bei erfolgreicher Jagd mit der Beute auf den Jagdansitz zurück. Mitunter ist dem Sturzflug auf die Beute noch eine kurze „Rüttelphase“ (ähnlich Turmfalke) vorgelagert. Das Töten der Beutetiere erfolgt mittels des sehr kräftigen, leicht hakig gebogenen Schnabels, der dem Vogel trotz seiner geringen Größe ein falkenartiges Aussehen verleiht. Ähnlich den Greifvögeln werden unverdauliche Nahrungsreste als Speiballen (Gewölle) herausgewürgt.
Entscheidend für die Namensgebung „Neuntöter“ ist die Angewohnheit dieses Vogels, Beute, die nicht zum sofortigen Verzehr bestimmt ist, auf Dornen oder Stacheldraht aufzuspießen. Dieses Verhalten ist aber nicht der Ausdruck einer besonders „mordlustigen“ Lebensweise, vielmehr dient die aufgespießte Beute in erster Linie als Vorratslager. Als Insektenjäger, der überwiegend bei warmer und sonniger Witterung jagt, können so die in unserem atlantischen Klima während des Sommers häufig vorkommenden längeren Regenperioden gut überbrückt werden. Es wird vermutet, dass nur diese Art der Vorratshaltung es dem Vogel ermöglichte, innerhalb seiner Stammesgeschichte die insektenreichen Tropen zu verlassen und in unserem relativ kühlen Klima zum Brutvogel zu werden.
Daneben kommt dem Aufspießen der Beute auch eine gewisse Signalfunktion zu. Einerseits wird Artgenossen angezeigt, dass ein Brutrevier bereits besetzt ist, und andererseits erhalten die Weibchen in der Paarungszeit Informationen über die Fitness und Kraft des potenziellen Partners.
Obwohl Neuntöter grundsätzlich gut zu beobachten sind, verstecken sie sich oft, wenn Menschen in ihre Nähe kommen. Bei der Annäherung an die vielfach auf der Dreiborner Hochfläche anzutreffenden Besenginsterheiden sollten deshalb Hecken und einzeln stehende Büsche und Sträucher vor dem Betreten des Gebietes mit dem Fernglas genau abgesucht werden. Auch der „Blick zurück“ nach dem Verlassen des Gebietes bietet häufig zusätzliche Beobachtungen.
Da einige Wanderwege auf der Dreiborner Hochfläche mitten durch die Brutreviere führen, ist auch eine akustische Wahrnehmung möglich. Der Gesang ist nur ein leises abwechslungsreiches Schwätzen mit gepressten und kratzenden Elementen, der nur selten zu hören ist. Mitunter werden auch Stimmen anderer Vogelarten imitiert. Häufig zu hören ist jedoch ein raues „gek gek“ als Warnlaut.
Der Neuntöter wird in der Roten Liste unseres Bundeslandes in Stufe 3 erfasst. Nach einem jahrzehntelangen Rückgang hat sich der Bestand seit den 1990er Jahren wieder etwas erholt. Der Gesamtbestand in NRW wird auf ungefähr 7.000 Reviere geschätzt.
Trotzdem bleibt der Schutz dieses Charaktervogels der Dreiborner Hochfläche ein globaler Auftrag, da durch die Lebensraumzerstörung und den Pestizideinsatz Brutareale, Durchzugs- und Überwinterungsgebiete gleichermaßen beeinträchtigt werden. Besonders in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten ist der Neuntöter infolge der Rodungen von Hecken und Feldgehölzen gänzlich verschwunden. Außerdem verschwanden in vielen Landesteilen weitere Biotope durch die Aufgabe von Weidewirtschaft und Streuobstanbau.
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| Die Schwanzmeise |
Die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) ist keine Verwandte der übrigen im Nationalpark Eifel vorkommenden Meisenarten (Sumpfmeise, Weidenmeise, Haubenmeise, Tannenmeise, Blaumeise und Kohlmeise). Sie bleibt meist ganzjährig im Brutgebiet. Nur die nordischen Populationen wandern südwärts.
Schwanzmeisen brüten ab April bis Juni 1 bis 2 Mal im Jahr und bauen hierzu ein kunstvolles kugelförmiges Nest aus Flechten und Moos, das mit Federn weich ausgepolstert wird. Außerhalb der Brutzeit streifen sie in Familientrupps umher, die sich erst mit Beginn der nächsten Brutzeit wieder auflösen. Die Trupps halten während der Nahrungssuche mit leise schnurrenden Rufen Stimmkontakt. In kalten Winternächten drängen sie sich zum Schlafen auf einem Ast möglichst dicht aneinander.

Die nordischen Vögel und die mitteleuropäische Unterart unterscheiden sich vor allem in der Färbung des Kopfes. Während die Vögel des Nordens eine vollständig weiße Kopfbefiederung aufweisen, zeigt die mitteleuropäische Unterart am Kopf einen schwarzen Scheitelseitenstreif , der in den dunklen Rückenmantel übergeht. Im übrigen ist die Färbung sehr ähnlich (heller Bauch leicht rosa verwaschen, sowie auffällige hellrosa gefärbte Schulterfedern). Auffällig und unverwechselbar in der Feldbeobachtung ist natürlich der namensgebende relativ lange Schwanz.
Auf der Dreiborner Hochfläche findet man die Schwanzmeise vorzugsweise in den Vorwaldgesellschaften der Bachoberläufe. Die Fotos wurden bei der Beobachtung eines Familientrupps oberhalb des Helingsbaches gemacht und zeigen einen Vogel der mitteleuropäischen Unterart.
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| Die Wacholderdrossel |
Die Wacholderdrossel (Turdus pilaris) ist mit einer Körperlänge von 22 bis 27 cm nur wenig kleiner als die bekanntere Amsel, doch etwas langflügeliger als diese und deutlich schwerer.
Die Art ist verglichen mit den anderen Drosseln Mitteleuropas auffallend bunt. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Bei adulten Vögeln sind oberer Rücken, die Schulterfedern und die Oberflügeldecken rötlich-braun; Kopf, hinterer und seitlicher Hals sowie hinterer und unterer Rücken sind hellgrau. Der Kopf zeigt einen deutlichen weißlichen Überaugenstreif. Kehle, Vorderhals und obere Brust sind auf ockergelbem Grund schwärzlich gestrichelt, die Flanken zeigen auf meist etwas blasser rötlich-beigem Grund dunkle, pfeilspitzenähnliche Flecken. Die übrige Unterseite des Rumpfes, die Unterschwanzdecken sowie die Unterflügeldecken sind weiß. Die Schwingen sind dunkel graubraun und schmal hell gerandet. Der Schwanz ist schwarzgrau.
Ursprünglich ein Bewohner der Moore und Fjällbirkenwälder in der Taiga Nord- und Nordosteuropas hat die Wacholderdrossel ihr Areal in den letzten etwa 200 Jahren stark nach Westen bis zu den Britischen Inseln ausgedehnt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlief die westliche Grenze des geschlossenen Areals in Europa z.B. noch durch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Oberfranken. Die Ursachen dieser Arealausdehnung sind bisher nicht erforscht.
Die Wacholderdrossel bewohnt bevorzugt halboffene Landschaften, und fühlt sich deshalb auf der Dreiborner Hochfläche besonders wohl. Hier kommt sie sowohl als seltener Brutvogel sowie als häufigerer Wintergast vor. Die Wintergäste kommen ab Anfang Oktober aus ihren nördlichen Brutgebieten in den „Dreiborner Prärie“.
Die Nahrung besteht sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Bestandteilen. Im Frühjahr und Sommer werden weit überwiegend Regenwürmer verzehrt, daneben auch andere Wirbellose. Ab Mitte Juni werden Beeren und andere Früchte einschließlich Fallobst gefressen. Beeren von Schwarzdorn, Weißdorn und Eberesche bilden im Herbst und im Winter den überwiegenden Teil der Nahrung.
Wacholderdrosseln sind auch außerhalb der Brutzeit gesellig. Sie ziehen und rasten in Trupps oder kleinen Schwärmen und sind dabei recht lautfreudig, wobei die Rufe aus einem unverwechselbaren durchdringenden rauen „schack, schack, schack“ bestehen.
Bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert wurden Wacholderdrosseln in ihren östlichen Verbreitungsgebieten massenhaft gefangen und als Delikatesse verspeist. Bei der Zubereitung wurden die Vögel mit gestoßenen Wacholderbeeren eingeriebenen. Da der alte Name für Wacholder „Krammet“ lautete, wurde die Wacholderdrossel früher auch als „Krammetsvogel“ bezeichnet.
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