Dreiborner Hochfläche

Kornweihe (Wintergast)

Kornweihe (männlich)

Kornweihe (männlich)

Die Kornweihe (Circus cyaneus) gehört in Deutschland zu den ganz seltenen Brutvogelarten. Der Bestand wird auf nur noch 40 bis 60 Brutpaare geschätzt, die vorzugsweise auf den Ostfriesischen Inseln brüten. Damit ist die Art in Deutschland und in Europa vom Aussterben bedroht (Kategorie 1 der Roten Liste Deutschland und Anhang I der Europäischen Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG). Als Wintergast, wie auf der Dreiborner Hochfläche, kommt sie etwas häufiger vor, da die Populationen aus Nord- und Osteuropa ab Mitte August ihre Brutgebiete verlassen und nach Mittel- und Südeuropa wandern. Auf der Dreiborner Hochfläche sind die Vögel in der Regel ab Anfang/Mitte Oktober bis Anfang/Mitte März zu beobachten. Der Mittwinterbestand in Nordrhein-Westfalen wird auf etwa 100 bis 200 Tiere geschätzt (Infosystem Europäische Vogelarten in NRW, LANUV).

Als Lebensraum bevorzugt die Kornweihe großräumige, offene bis halboffene störungsfreie Wiesen- und Steppenlandschaften, also genau die Landschaftstypen, die der Dreiborner Hochfläche das Gepräge geben. Es besteht daher durchaus die Chance, dass die Art hier zukünftig als Brutvogel heimisch werden könnte.

Kornweihen sind schlanke und elegante Greifvögel mit langen, schwach gewinkelten Flügeln und einem auffallend langen Schwanz. Auffallend ist auch ihr etwas eulenartig wirkender „Gesichtsschleier“, der eintreffende Schallwellen gezielt an die Ohren weiterleitet. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in ihrem farblichen Aussehen sehr stark. Die Männchen besitzen ein auffallend helles bis aschgraues Federkleid, das aus der Entfernung je nach Lichtverhältnissen auch hell taubenblau wirken kann, mit deutlich abgegrenzten schwarzen Flügelspitzen. Dagegen sind die Weibchen eher unfällig braun, weisen aber einen auch im Flug gut zu erkennenden weißen Bürzel auf. Jungvögel ähneln den Weibchen, zeigen aber im Gegensatz zu diesen eine längsgestreifte Unterseite.

Kornweihe (männlich) im Gaukelflug

Kornweihe (männlich) im Gaukelflug

Kornweihe (männlich) im Gaukelflug

Kornweihe (männlich) im Gaukelflug

Typisch für die Art ist der bodennahe „gaukelnde“ Beuteflug mit V-förmig gehaltenen Flügeln. Dabei nutzt die Kornweihe geschickt die im Gelände vorhandenen Deckungen (Bodenwellen, Sträucher u.ä.) aus und erscheint so für Beutetiere (Wühlmäuse, Kleinvögel, Amphibien, Insekten) und Beobachter gleichermaßen überraschend.

In schneearmen Wintern lassen sich die Männchen wegen ihres auffällig hellen Federkleides leicht beobachten, während die Weibchen vor den braunen Farbtönen der abgestorbenen Gräser gut getarnt sind.

Die Fotos in diesem Abschnitt wurden im Februar 2008 in der Nähe des Gebiets Klusenberg/Funkenberg auf der Dreiborner Hochfläche vom parallel zur Panzerstraße führenden Wanderweg aus aufgenommen und zeigen ein erwachsenes Kornweihenmännchen bei der Jagd.

Wer sich ausführlicher über die Kornweihe informieren möchte, sei auf die „Kornweihenseite“ im Informationssystem zu FFH-Arten und Europäischen Vogelarten in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) oder die „Kornweihenseite“ von Wikipedia verwiesen.