Dreiborner Hochfläche
Rotmilan

Rotmilan

Wenn die ersten wärmeren Tage Ende Februar/Anfang März auf den nahenden Frühling hindeuten, erscheinen die Rotmilane wieder auf der Dreiborner Hochfläche, von der sie sich vor dem ersten starken Kälteeinbruch verabschiedet haben, um im sonnigeren Süden, vor allem in Spanien, zu überwintern. Im Zuge der allgemeinen Klimaerwärmung verbleiben aber immer mehr Vögel ganzjährig in Deutschland.

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist ein echter Europäer, der außerhalb unseres „alten Kontinents“ praktisch nicht vorkommt. Mehr als die Hälfte (ca. 12.000 Paare) des weltweiten Bestandes (ca. 23.000 Paare) lebt in Deutschland, zwei Drittel davon in den östlichen Bundesländern. Deutschland trägt daher eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Art. Leider geht der Bestand gerade hierzulande in den letzten Jahren erheblich zurück.

Als Kulturfolger brauchen Milane offene, reich strukturierte Landschaften mit Wiesen, Brachen, Waldrändern und Gewässern, die leider in Deutschland immer seltener werden, die aber auf der Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel noch großräumig zu finden sind.

Der Rotmilan kann auch von ungeübten Beobachtern leicht von allen anderen Greifvögeln, die auf der Hochfläche anzutreffen sind, unterschieden werden. Hilfreich ist dabei vor allem sein langer, rostroter und tief gegabelter Schwanz, der ihm im Volksmund auch den Namen „Gabelweihe“ eingetragen hat, obwohl er kein direkter Verwandter der echten Weihen (wie etwa der Kornweihe) ist.

Rotmilan und Rabenkrähe

Rotmilan und Rabenkrähe

„Red Kite“, roter Drachen, so nennen ihn die Briten, denn Rotmilane und rote Flugdrachen schweben mit derselben Schwerelosigkeit am Himmel. Charakteristisch für den Rotmilan ist seine Flügelspannweite von über 1,80 m, die ihm gegenüber unserem häufigsten Greif, dem Mäusebussard, auch entscheidende Größenvorteile bei der Jagd bzw. Nahrungssuche verschafft.

Obwohl er wegen seiner Flugkünste ein außerordentlich erfolgreicher Jäger ist, lässt er doch auch gerne Mäusebussarde für sich jagen und verscheucht diese von deren frisch geschlagener Beute. Auch Aas nimmt er gerne und als besonderen Leckerbissen bietet ihm die Dreiborner Hochfläche, auf der noch große Schafherden zur Freihaltung bestimmter Grünlandflächen weiden, im beginnenden Frühjahr die Nachgeburt lammender Mutterschafe. Daher lohnt gerade zu dieser Jahreszeit ein Blick mit dem Fernglas in den Himmel über den Schafherden.

Wer sich intensiver mit diesem farbenprächtigen und eleganten Flieger beschäftigen will, sei auf die „Rotmilanseite“ von Wikipedia und NABU verwiesen.

Rotmilan über Schafen

Rotmilan über Schafen